Das Schmetterlingsjahr neigt sich dem Ende zu, aber es gibt noch immer spannende Sachen zu entdecken. Hier ein einfacher kleiner Suchtipp für die Abend- und Nachtstunden, bei dem sich genaues Hinschauen lohnt.
Beim Spaziergang am Waldrand finden sich aktuell an vielen Stellen die Raupen des Großen Schneckenspinners Apoda limacodes, meist an der Unterseite von Buchen-, Hainbuchen- oder Eichenblättern. Die Raupe mit der ungewöhnlichen Form sieht eher aus wie eine Assel oder Nacktschnecke, mit zwei schicken gelben Längsstreifen und kleinen roten Pünktchen darin.
- Raupe von Apoda limacodes. Haan, 6. Oktober 2026 (Foto: Armin Dahl)
- Eier von Sphintus swerotinus auf Raupe von Apoda limacodes. Haan, 6. Oktober 2026 (Foto: Armin Dahl)
- Eier von Sphintus swerotinus auf Raupe von Apoda limacodes. Haan, 6. Oktober 2026 (Foto: Armin Dahl)
Wer genau hinschaut, entdeckt in vielen Fällen auf dem Rücken der Raupen kleine, reiskornartige Eier. Diese gehören zur Schlupfwespenart Sphinctus serotinus, welche die Schneckenspinner-Raupen im letzten Larvenstadium befällt. Die ausgewachsene Apoda-Raupe lässt sich im Herbst auf den Boden fallen und spinnt dort einen sehr festen, braunen Kokon. Darin verbringt sie den Winter und verpuppt sich im Frühjahr.
Die Schlupfwespenlarve schlüpft gewöhnlich erst, nachdem der Kokon fertiggestellt wurde, und verpuppt sich etwa Ende Juli. Die Wespe fliegt dann im Herbst, wenn wieder ausgewachsene Schneckenspinner-Raupen zu finden sind. Darauf weist auch der Artname „serotinus“ – lateinisch für „spät“ – hin.
Schneckenspinner-Raupen und die Eier der Wespen sind relativ einfach zu finden, am besten mit einer Taschenlampe. Unter (UV-)Licht leuchten die etwa 1,5 cm langen Tierchen in einem tollen Neongrün. Blätter abzusuchen lohnt sich momentan sowieso: Der Oktober ist die große Zeit der Blattminiermotten.
Für Kurzentschlossene im Großraum Düsseldorf bieten wir deshalb auch noch eine Exkursion am Samstag 10. Oktober 2026 an. Weitere Veranstaltungen findet Ihr wie üblich in unserem Terminkalender.

„Grüne Insel“ – Blattminiermotten hinterlassen auffällige Spuren in einem Eichenblatt
Umweltpreis zu gewinnen!
Der Einsatz für die Rettung des Mosel-Apollofalters geht weiter. Neben kleineren Erhaltungsmaßnahmen für den Falter laufen immer noch verschiedene Gerichtsverfahren gegen die seit vielen Jahren eigentlich verbotene Hubschrauberspritzung an der Mosel. Wer sich damit aktiv beschäftigt, braucht eiserne Nerven und viel Durchhaltevermögen.
Die Tricksereien der Weinbaulobby und ihrer Rechtsverdreher fördern das Vertrauen in den Rechtsstaat jedenfalls nicht – und helfen dem bedrohten Falter noch weniger.
Tim Laußmann ist als Vertreter unseres Vereins für den Bürgerschafts- und Engagementpreis „DRUCK MACHEN – Für die Umwelt“ der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in der Kategorie „Umweltheld*in des Jahres“ nominiert. Entscheidend ist: Falls Tim tatsächlich gewinnt, soll das Preisgeld in Höhe von 50.000 € für den Schutz des Mosel-Apollofalters verwendet werden.
Ihr könnt hier abstimmen: https://l.duh.de/tim
Melanargia e.V. unterstützt den Nachwuchs
Hier noch einmal als Hinweis: Die Teilnahme an den Westdeutschen Entomologietagen (WET) ist für Studierende und Schüler kostenlos! Anmelden solltet Ihr Euch aber trotzdem, unter
https://aquazoo-loebbecke-museum.derticketservice.de/webshop/webticket/bestseatselect?eventId=1710&el=true
Nach dem Erwerb dieses Tickets haltet bitte umgehend eine aktuelle Studierendenbescheinigung oder ein aktuelles Foto des Schüler*innenausweises bereit.
Unser Verein unterstützt die Westdeutschen Entomologietage und ist Mitveranstalter. Ihr findet uns dann auf dem WET, wie im vergangenen Jahr mit Büchertisch und Stand am 21. und 22. November 2026 im Max-Planck-Gymnasium in Düsseldorf.











